Etwas über mich

Mein Weg zum Chorleiter war gar nicht einfach.

Ich stamme zwar aus einer Musikantenfamilie, mein Vater ist Komponist und war lange Zeit auch der Dirigent des Rundfunk Orchesters. Mit meiner musikalischen Ausbildung übertrieb er jedoch ein wenig, und so habe ich als junger Mann ganz klar gewusst, was ich nicht sein will:Musiker, Polizist, Soldat.

Und so war mein Weg für das Studium der Physik frei. Meine späteren ersten Chorproben hielt ich ab, ohne dass mein Vater es wusste.

Das Diplom, welches meine Chorleiter - Qualifikation bescheinigte, erhielt ich erst vor kurzem (mit 51 Jahren), schon vorher konnte von der Musik leben: anfangs mit Singen auf der Straße und später durch das Dirigieren bei Seminaren.

Noch früher war ich aber hinter dem Eisernem Vorhang in der sozialistischen Tschechoslowakei gefangen. Dort durfte man nicht ohne Erlaubnis singen, auf der Straße schon gar nicht. Ich unterrichtete Mathematik auf der Technischen Universität und leitete den Studentenchor Kvintus. Ins Ausland durfte ich nicht reisen und für jeden Auftritt mit Kvintus musste ich mir eine Menge Bewilligungen besorgen.

Wenn ich an jene Zeit zurückdenke, kommt es mir vor, als ob es gar nicht mein Leben gewesen wäre. Als ob mein wirkliches Leben erst mit dem Fall des kommunistischen Regimes und der Öffnung der Grenzen im Jahr 1989 begonnen hätte.

Vielleicht schöpfe ich jetzt darum mein Leben voll aus. Ich reise, dirigiere und singe, ich hole alles nach, was ich früher nicht hatte.

Ich habe eine schöne Frau, Margit, und einen kleinen Sohn Michael. Leider leben wir nicht immer zusammen - sie leben in Meran und ich fahre oft zu ihnen. Auch sonst bin oft auf Reisen (Seminare und verschiedene Singwochenenden mit meinen Chören nehmen fast das ganze Leben ein), so dass ich auch wenig zu Hause in Liberec bin.

In Prag habe ich zwei große Kinder aus meiner ersten Ehe: die Musikerin Tereza und Mathematiker Jakub.

Kinder machen kann ich gut, alle drei sind mir gut gelungen.



Letzte modikation am: April 18, 2011